Wohngebäudeversicherung

von Georg Hartmann+

Eine verbundene Wohngebäudeversicherung schützt den Gebäudeeigentümer vor Schäden ausschließlich an der Immobilie durch die Elementarereignisse Sturm, Hagel, Feuer und Leitungswasser. Der Hausrat bedarf einer gesonderten Versicherung. Für eine Bankfinanzierung ist der Abschluss der Wohngebäudeversicherung zwingend, im Übrigen wird die preiswerte Police strikt empfohlen. Sie kann zum Schutz vor zusätzlichen Gefahren erweitert werden, was beispielsweise in Hochwasserregionen oder auch erdrutschgefährdeten Arealen sehr sinnvoll ist.

Vertragsinhalt und Kosten der Versicherung

Eine Gebäudeversicherung wird mit dem Ziel abgeschlossen, nach einem Schaden (auch Totalschaden) den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Sie übernimmt entsprechend die Kosten für eine Sanierung oder den kompletten Wiederaufbau des Gebäudes und sichert weitere Kosten ab, die nach einem Schaden entstehen. Das sind regelmäßig Sicherungs-, Abbruch-, Räumungs- und Baustellenkosten. Die Kosten werden individuell ermittelt und schwanken zwischen den Anbietern ebenso wie nach Art der Vertragsgestaltung, etwa bei verschiedenen Laufzeiten oder durch einen Online-Abschluss. Als Faustregel kann gelten, dass das Durchschnittsgebäude für einen jährlichen Policenpreis von 1 – 1,2 Promille seines Wertes versichert wird. Diese Faustregel liefert freilich nur einen groben Richtwert, denn im Einzelfall muss der Wert des Wohngebäudes anhand verschiedener Details bestimmt werden, durch die unterschiedliche Risiken bestehen. Allein den Wert des Gebäudes zu bestimmen würde zu kurz greifen, weil etwa Schäden am Dach häufiger vorkommen als Schäden an einem hochwertigen Bad. Dementsprechend werden bei der Preisermittlung unter anderem folgende Baumerkmale erfragt:

  • Baujahr
  • Postleitzahl
  • Bauartklasse (Massiv-/Fertigteilhaus)
  • Fläche/Wohneinheiten
  • Art der Dachdeckung, Wände, Fenster und Türen
  • Art der Innenausstattung
  • Art der Heizung
  • Nebengelass (Garagen, Carports)

Diese Details lassen sich erweitern. Solaranlagen und sonstige Zubauten werden nicht grundsätzlich mitversichert, hier ist auf Anbieterbedingungen zu achten. Vielfach wird eine gesonderte Fotovoltaikversicherung empfohlen. Dementsprechend schwanken die Kosten, die nur durch einen genauen Vergleich ermittelt werden können.

Für die einzelnen Vertragsbedingungen gibt der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) zwar die Allgemeinen Wohngebäudeversicherungsbedingungen (VGB) heraus, dennoch sind die Gesellschaften in ihrer Vertragsgestaltung grundsätzlich frei. Die Angebote sind dadurch etwas schwerer zu vergleichen, ein grundsätzliches Problem ist das jedoch nicht. Der Gebäudebesitzer muss im Antrag sein Gebäude lediglich sehr genau beschreiben, um die passenden Angebote angezeigt zu bekommen.

Basisversicherung, erweiterte Elementarschadenversicherung

Jede Wohngebäudeversicherung deckt grundsätzlich im beschriebenen Umfang die Basisschäden Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel ab. In vielen Regionen bietet sich eine erweiterte Elementarschadenversicherung an, die in den Klauseln für „Weitere Elementarrisiken“ definiert werden (BEW = Bedingungen Erweiterte Elementarrisiken). Die Basisversicherung schützt das Gebäude und die Nebengebäude inklusive aller festen Sachen (zum Beispiel einen Kamin, die Einbauküche) und sein Zubehör, wozu auch Briefkasten, Klingel, Terrassen und Müllboxen gehören. Es kann die Erweiterung um das sonstige Zubehör vereinbart werden, das sind Carport, Gartenhäuser, eine Hundehütte und Gehwegsbefestigungen.

Versichert sind in der Basisversicherung:

  • Feuer: Brände, Feuer durch Blitzschlag, Explosion, Implosion und Aufprall eines Luftfahrzeuges.
  • Leitungswasser: Es sind nur Schäden durch bestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser versichert, keine Hochwasser- oder Starkregenschäden. Frostschäden in Wasserleitungen kann, muss aber nicht mitversichert sein, das ist zu prüfen. Regenwasserschäden in Leitungen innerhalb des Gebäudes sind in der Regel mitversichert, wenn dieses als Brauchwasser zugeführt wird. Es gilt dann als Leitungswasser.
  • Sturmversicherung: Es sind laut Musterbedingungen Sturmschäden ab Windstärke 8 (ab 63 km/h Windgeschwindigkeit) versichert.
  • Hagel ist ohne Einschränkung der Korngröße versichert.

Die erweiterte Elementarschadenversicherung schützt zusätzlich vor Schäden durch:

  • Überschwemmung
  • Hochwasser
  • Erdfall und Erdrutsch
  • Erdbeben
  • Schneedruck und Lawinen
  • Starkregen

Die Kosten für die erweiterte Elementarschadenversicherung richten sich nach der Zone des Wohngebäudes, in Hochwasserregionen beispielsweise steigen sie stark an und sind teilweise nicht versicherbar. Die Kosten können daher schwer beziffert werden, ein Durchschnitts-Policenpreis dürfte sich bei mittlerem Risiko etwa verdoppeln (Haus in einer Region, die statistisch nur alle 10 bis 50 Jahre von Hochwasser betroffen ist = Zone 3). Auch dies kann höchstens als grobe Faustregel gelten.

Vor Abschluss einer Wohngebäudeversicherung

Die wichtigste Maßnahme vor dem Abschluss der Versicherung ist die genaue Ermittlung des Wohngebäudewertes inklusive aller An- und Einbauten. Des Weiteren ist die Gefahrenzone genau zu ermitteln. Hierüber geben die Kommunen ebenso Auskunft wie die Versicherer selbst.

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