Welche Versicherungen braucht man als Rentner?

von Georg Hartmann+

Der Wechsel vom bisherigen Berufsleben hin zum Alltag des Rentners bringt vom einen auf den anderen Tag einige gravierende Änderungen mit sich. Das Monatseinkommen wird spürbar weniger, während die Freizeit deutlich steigt. Unter anderem gilt es, die zukünftigen Mindereinnahmen durch Minderausgaben auszugleichen. Eine Möglichkeit dazu bieten die bisherigen Versicherungen.

Für den Rentner lohnt sich aus verschiedener Sichtweise ein Versicherungscheck. Die eine oder andere Versicherung wird nicht oder nicht mehr so umfänglich benötigt, andere hingegen nach wie vor.

Von ihrer Notwendigkeit her außer Diskussion stehen weiterhin die private Haftpflichtversicherung sowie die Hausratversicherung. In diesen beiden Bereichen tritt für den Rentner keine Änderung oder Neuerung ein. Allerdings ist zu beachten, dass es sich ab dem 61. Lebensjahr durchaus lohnen kann eine neue Haftpflichtversicherung abzuschließen, da viele Tarife ab diesem Alter um einiges günstiger werden! Art und Umfang des Versicherungsschutzes sollten aber auf jeden Fall unverändert bestehen bleiben.

In der Rechtsschutzversicherung kann der Baustein zur Berufstätigkeit gestrichen werden. Ein zukünftiger Minijob wäre kein Grund für eine Fortführung dieses bisherigen Versicherungsschutzes. Lohnenswert ist die Nachfrage nach einem besonderen Rentnertarif, der von einigen Versicherern angeboten wird. Eine ähnliche Überprüfung ist bei der Kfz-Vollkaskoversicherung angebracht. Als Rentner wird das Kfz sicherlich anders und nicht so häufig genutzt wie bisher. Eine Erhöhung der Selbstbeteiligung, oder die Reduzierung auf eine Teilkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung führt zu einer deutlich geringeren Beitragszahlung. Auch in der Kfz-Versicherung werden so genannte Rentnertarife angeboten, bis hin zur Begrenzung der jährlichen Kilometerlaufleistung bei reduziertem Versicherungsbeitrag.

Sofern sich an der bisherigen Wohnsituation nichts ändert, sollten die bestehenden Versicherungen als Immobilieneigentümer oder als Mieter unverändert bleiben. Das gilt auch für die derzeitige Unfallversicherung. Hier kann eine Ergänzung des Unfallschutzes für Rentner hilfreich sein. Mehr und mehr Versicherer bieten bei bestimmten Unfällen wie Becken- oder Oberschenkelhalsbruch besondere Leistungen für Senioren 60plus an. Bei einem gesetzlichen krankenversicherten Rentner wird die Krankenversicherung übergangslos weitergeführt. Für den privat versicherten Rentner ist der bisherige Tarif Krankentagegeld, also die umgangssprachliche Lohnfortzahlung, zukünftig überflüssig.

Sofern der Rentner noch keine private, also zusätzliche Pflegeversicherung abgeschlossen haben sollte, wäre es jetzt zwar spät, aber noch nicht zu spät. Es ist hinreichend bekannt, dass, vergleichbar mit der gesetzlichen Rentenversicherung, auch die gesetzliche Pflegeversicherung nicht ausreichend sein wird. Die Wahrscheinlichkeit einer zukünftigen Pflegebedürftigkeit ist recht groß. Mit einem dementsprechend hohen Kostenaufwand muss dauerhaft gerechnet werden. Der ist nur durch eigene, also durch private Zusatzleistungen finanzierbar. Sofern sie nicht von der privaten Pflegeversicherung erstattet oder direkt übernommen werden, muss das eigene Einkommen und Vermögen in Anspruch genommen bis hin zu aufgebraucht werden.

Für den Rentner gibt es mit Blick auf seine zukünftige Versicherungssituation durchaus einiges zu entscheiden und zu überlegen.

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