Welche Versicherungen braucht man als Mieter?

von Georg Hartmann+

Für Mieter bestehen keine Pflichtversicherungen, sofern nicht mit dem Hausbesitzer der Abschluss einer Kautionsversicherung anstelle der Bezahlung einer Mietkaution vereinbart wurde. Nützlich ist neben der Haftpflichtversicherung der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung.

Die Kautionsversicherung

Üblicherweise hinterlegen Mieter während der Dauer des Mietverhältnisses eine Kaution beim Vermieter. Mit dessen Einwilligung ist der Ersatz der üblichen Kaution durch eine entsprechende Versicherung möglich. Diese wird auch häufig als Kautionsbürgschaft bezeichnet. Der Vorteil für den Mieter besteht darin, dass er die Kaution nicht bar aufbringen muss. Stattdessen zahlt er während der Laufzeit des Mietvertrages eine jährliche Bereitstellungsprovision an den Versicherer. Die Kautionsversicherung schützt den Mieter jedoch nicht vor späteren Ansprüchen des Vermieters. Vielmehr leistet die Versicherung im Schadensfall die verlangte Zahlung an den Vermieter und fordert den Betrag von ihrem Kunden zurück. Somit handelt es sich bei der Kautionsversicherung eher um einen dauerhaften Avalkredit als um eine Versicherung im eigentlichen Sinn.

Wer bereits seine Kaution hinterlegt hat und gerne vor Aszug darüber verfügen möchte kann sich durch einen Vertrag mit einer einer Kautionsversicherung im nachhinein das hinterlegte Geld zurückholen.

Bekannte Online-Kautionsversicherer sind:

Die Haftpflichtversicherung und die Hausratversicherung

Viele Haftpflichtversicherungsverträge schließen das Mietrisiko ein. Wenn der eigene Haftpflichtversicherer Ansprüche aus einem Dauermietverhältnis ausschließt, empfiehlt sich der Wechsel zu einer anderen Versicherungsgesellschaft, da die getrennte Versicherung einer Mietschadenshaftpflicht kaum möglich ist. Einige Gesellschaften ermöglichen jedoch den Einschluss der entsprechenden Versicherung gegen die Zahlung einer Zusatzprämie, während andere Versicherungsunternehmen ausschließlich Privathaftpflichtversicherungen unter dem Einschluss der Mietschadenshaftpflicht anbieten. In allen Fällen leistet die Haftpflichtversicherung, wenn der Mieter den Schaden eines Dritten verursacht. Hierzu gehören auch gestürzte Personen, wenn der Wohnungsinhaber seiner Streupflicht nicht rechtzeitig nachgekommen ist. Die Hausratversicherung schützt die Wohnungseinrichtung und die persönlichen Besitztümer des Mieters. Eine private Unfallversicherung ist für Mieter ebenfalls nützlich, da sie die finanziellen Folgen eines in der Wohnung erlittenen Unfalles lindert.

Hier können Sie Hausrat-, Haftpflicht- und Unfallversicherung vergleichen:

Die Rechtsschutzversicherung

Bei einer Rechtsschutzversicherung beschreibt der Versicherungsvertrag, welche Bereiche durch die Versicherung abgedeckt sind. Der Abschluss einer Mietrechtsschutzversicherung beziehungsweise der Einschluss dieser Sparte in eine bestehende Rechtsschutzversicherung ist sinnvoll, damit der Mieter bei Mietstreitigkeiten mit seinem Vermieter das Prozessrisiko nicht zu tragen braucht. Eine Mietrechtsschutzversicherung ist für den Mieter nicht erforderlich, wenn er Mitglied eines Mietervereins wird, da in diesem Fall die Vereinsmitgliedschaft mit einem Anspruch auf Rechtsschutz bei Streitigkeiten mit dem Vermieter verbunden ist.

Wenn Sie noch keine Rechtsschutzversicherung haben, oder Ihre Konditionen vergleichen möchten können Sie diesen Rechner verwenden.

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