Welche Versicherungen braucht man als Hausbesitzer?

von Georg Hartmann+

Dachdecker deckt Dach mit Dachziegel ein

Für Hausbesitzer und solche, die es in naher Zukunft werden wollen, ist es unerlässlich, das Objekt und sich selbst ausreichend abzusichern, um im Schadenfall nicht den finanziellen und persönlichen Ruin erleben zu müssen. Auch wenn manche Versicherungen sehr speziell ausgerichtet sind, gibt es einige, die in jedem Fall abgeschlossen werden sollten.

Bauphase

Auch wenn Bauherren während der Bauphase meist recht angespannt sind, sollten einige sehr wichtige Versicherungen nicht vernachlässigt werden. Eine Baustelle birgt aufgrund der Umstände immer Risiken in sich, bei denen große Schäden am Eigentum Dritter und vor allem an Menschen entstehen können. So geschehen auf Baustellen manchmal unvorhergesehene Ereignisse oder Unfälle. Dazu zählen beispielsweise Beschädigungen bei Lastentransporten, bei der Arbeit mit gefährlichen Werkzeugen, mutwillige Zerstörungen am Rohbau oder etwa Vandalismus. Der Bauherr allein steht dann in der Pflicht, für diese Schäden aufzukommen. Deshalb wird hierfür eine Bauherrenhaftpflichtversicherung dringend empfohlen, die dann für entstandene Schäden aufkommt. Sie endet meist automatisch mit Bezugsfertigkeit.

zum Vergleich: Bauherrenhaftpflichtversicherung

 

Insbesondere für die Zeit, in der sich das Gebäude noch im Rohbau befindet, ist die Gefahr eines Feuers besonders hoch. Die Risiken für Schäden durch Blitzschlag oder Explosionen sind dann gegeben. Deshalb sollte eine Feuerrohbauversicherung sicherstellen, dass entstandene Schäden reguliert werden. Oftmals geht diese Versicherung nach der Fertigstellung in die Wohngebäudeversicherung über, die für jeden Hausbesitzer ein Muss darstellen sollte.

zum Vergleich: Wohngebäudeversicherung

 

Wer eine Bauleistungsversicherung abschließt, ist schließlich bei fehlerhaften Bauausführungen, die sich oft im Nachhinein einstellen, abgesichert. Eigentlich ist dafür das bauausführende Unternehmen verantwortlich, jedoch passiert es durchaus immer wieder, dass Bauunternehmen während der Bauphase oder danach in Insolvenz gehen und damit nicht mehr in der Lage sind, Schäden nachzubessern. Um sich davor zu schützen und nicht auf den meist hohen Kosten sitzenzubleiben, kann auf eine Bauleistungsversicherung zurückgegriffen werden.

Da ein Hausbau zumeist die größte Kostenposition im Leben eines Bauherren darstellt, möchte dieser meist durch Eigeninitiative oder mithilfe von Freunden und Bekannten einige Eigenleistungen erbringen. Das spart manchmal Kosten, kann jedoch im Falle eines Unfalls auch sehr teuer werden.

Bauherren sind gesetzlich dazu verpflichtet, Bauhelfer bei der zuständigen Bau-Berufsgenossenschaft anzumelden. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Helfer für ihre Arbeit entlohnt werden oder nicht. Werden Helfer nicht ordnungsgemäß angemeldet, können durch die Genossenschaft Bußgelder verhängt werden.

Kommt es gar zu einem unvorhergesehenen Ereignis, bei dem ein Helfer oder der Bauherr selbst (auch sein Ehepartner) verletzt wird, reguliert die Bau-Berufsgenossenschaft den Schaden. Deshalb ist es ratsam, bereits im Vorfeld eine Bauhelferversicherung bei der Berufsgenossenschaft abzuschließen. Die Versicherung reguliert jedoch ausschließlich Schäden, die direkt mit der Baustelle im Zusammenhang stehen, jedoch keine Unfälle bei An- und Abfahrten zu oder von der Baustelle.

Nach der Fertigstellung

Nach der Fertigstellung spielt es für eine Wohngebäudeversicherung eine untergeordnete Rolle, ob das Haus selbst bewohnt oder vermietet wird. Diese Versicherung sollte deshalb in jedem Fall abgeschlossen werden. Sie schließt meist alle Elementarschäden ein, die beispielsweise durch Feuer, Hagel, Wasser, Sturm oder Blitzschlag verursacht werden. Wird beispielsweise das Dach durch einen Sturm stark beschädigt, sind oftmals hohe finanzielle Aufwendungen für die Wiederherstellung nötig, die dann diese Versicherung übernimmt. Zudem sind fast immer alle Nebengebäude sowie das gesamte Grundstück in diese Versicherung eingeschlossen. In manchen Gesellschaften müssen jedoch einige Nebengebäude wie Garagen oder Geräteschuppen extra versichert werden.

 

zum Vergleich: Wohngebäudeversicherung

 

Da Eigentum verpflichtet, ist auch eine Immobilien-Rechtschutzversicherung anzuraten. Mittlerweile gehen die Menschen wegen fast jeder Kleinigkeit vor Gericht, sodass auch Hausbesitzer nicht davor gefeit sind, plötzlich für hohe Gutachter-, Anwalts- oder Gerichtskosten aufzukommen. Nicht selten gibt es auch Streit zwischen Kommunen und Hausbesitzern, die oft mit jahrelangen Gerichtsstreitigkeiten verbunden sind und damit hohe Kosten verursachen. Dann hilft eine Immobilien-Rechtschutzversicherung.

Bewohnt der Hausbesitzer nach der Fertigstellung das Haus selbst, ist es zudem sinnvoll, neben einer Wohngebäude- und Rechtschutzversicherung auch eine Hausratversicherung abzuschließen. Diese tritt dann in Kraft, wenn es beispielsweise durch einen Sturmschaden am Dach durchgeregnet hat und die Einrichtung dabei zu Schaden kommt. Irrtümlich wird oftmals angenommen, dass dann die Wohngebäudeversicherung diese Schäden ebenfalls reguliert. Dies ist aber nicht der Fall, da es sich dann um „Hausrat“ handelt, der ersetzt oder repariert werden muss.

Schäden, die durch Vandalismus, beispielsweise nach einem Einbruch geschehen, werden vielfach unterschätzt. Nicht nur gestohlenes Inventar, sondern auch mutwillige Beschädigungen, die mit dem Einbruch im Zusammenhang stehen, werden dann ebenfalls über die Hausratversicherung reguliert.

Eine Hausratversicherung ist auch bei Schäden, die durch andere Elementarereignisse entstehen, ratsam. So können Feuer oder Leitungswasser beispielsweise einen großen Teil des Hausrats vernichten, sodass dieser mithilfe einer Hausratversicherung finanziell ausgeglichen wird.

Vor dem Abschluss einer Hausratversicherung sowie einer Wohngebäudeversicherung sollten Interessierte jedoch genau prüfen, welche Schäden vertraglich tatsächlich reguliert werden. So sind nicht automatisch alle Elementarereignisse Bestandteil dieser Versicherungen.

Wer also beispielsweise in der Nähe eines Gewässers wohnt, sollte daher das Risiko von Hochwasser einkalkulieren. In manchen Gebieten sind auch vielfach Schäden durch Stürme zu beobachten, sodass dann auch dieses Risiko abgesichert werden sollte. Sowohl die Schäden am Haus, als auch Schäden am innenliegenden Hausrat können zu hohen finanziellen Belastungen des Hausbesitzers führen, sodass sich diese Versicherungen in jedem Fall empfehlen.

zum Vergleich: Hausratversicherung

 

Versicherungen für Vermieter und Kapiatalanleger

Neben der Wohngebäudeversicherung sollten Vermieter für eine ausreichende Absicherung im Schadenfall mit weiteren Versicherungen vorsorgen.

Nicht immer werden Häuser für die eigene Nutzung gebaut, sondern an Dritte vermietet und als Kapitalanlage genutzt. Daher sollte für alle Eventualitäten vorgesorgt werden.

Nicht nur Mietnomaden verursachen zumeist hohe Kosten, sondern auch Ereignisse durch Schäden von Feuer, Wasser oder Sturm können dazu führen, dass Mietzahlungen ausbleiben und den Hausbesitzer damit in den finanziellen Ruin treiben, da das Haus oder die Immobilie für einen gewissen Zeitraum nicht bewohnbar ist. Um sich davor zu schützen, empfiehlt sich eine Mietausfallversicherung. Wenngleich es für Hausbesitzer finanziell und psychisch sehr belastend ist, Mietnomaden langwierig aus der Wohnung oder dem Haus zu klagen, übernimmt die Versicherung dann jedoch wenigstens die ausbleibenden Mietzahlungen. Dies trifft ebenso auf einen Mietausfall aufgrund der im Vertrag festgelegten unvorhergesehenen Elementarereignisse wie Sturm, Feuer oder Wasser zu.

 

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Insbesondere für Vermieter empfiehlt es sich, eine spezielle Vermieterrechtschutzversicherung abzuschließen. Nach neuesten Rechtsprechungen werden Vermieter bei Mietstreitigkeiten vielfach benachteiligt, sodass bei Rechtstreitigkeiten hinsichtlich Mängeln oder Miete die Kosten oft zügig in die Höhe schnellen. Rechtsanwälte, Gutachter und Gerichte müssen schließlich bezahlt werden.

 

zum Vergleich: Rechtsschutzversicherung

 

Besonders in Großstädten sind Hausbesitzer oftmals von Schmierereien an den Hauswänden oder dazugehörender Gebäude betroffen. Eine Graffitiversicherung übernimmt dann die Entfernung der Schmierereien und das eventuelle Ausbessern oder Malern der Fassade. Im Gegensatz zu selbst genutztem Wohneigentum, bei dem diese Art der Beschädigung unter Vandalismus fällt, müssen Vermieter von Wohn- oder Geschäftsräumen hierfür über eine eigene Versicherung verfügen, um nicht auf den Schäden sitzenzubleiben.

Eine Haftpflichtversicherung für Haus- und Grundstückseigentümer ist ebenso notwendig. Ähnlich, wie bei einer privaten Nutzung des Hauses, kann es auch in einem vermieteten Haus dazu kommen, dass beispielsweise ein Baum des eigenen Grundstücks durch einen Sturm entwurzelt wird, auf das Nachbargrundstück kippt und dabei ein dort parkendes Auto oder gar eine Person beschädigt. Tritt dieser Fall ein, werden alle damit im Zusammenhang entstehenden Schäden an Fremdeigentum durch die Haftpflichtversicherung reguliert.
Ebenso verhält es sich bei Schäden, die auf dem eigenen Grundstück geschehen. So kann ein Bewohner oder Besucher des Hauses einen Unfall erleiden, der beispielsweise durch eine lose Gehwegplatte oder durch plötzlich auftretendes Glatteis verursacht wurde. Auch in solchen Fällen tritt die Haftpflichtversicherung ein.

Für gewerblich genutzte Immobilien oder Gebäude mit großen Fensterfronten empfiehlt sich zudem eine Glasversicherung. Gerade Gewerbeimmobilien verfügen vielfach über große Glasfronten, die meist bei Einbrüchen oder Vandalismus besonders gefährdet sind. In diesen Fällen ist es deshalb angebracht, eine separate Glasversicherung abzuschließen.

Mehr Infos zur Gebäudeversicherung

 

Finanzierungsabsicherung für Hausbesitzer

Insbesondere in solchen Fällen, in denen eine Immobilie finanziert wird, sollte für einige Risikosituationen Vorsorge geschaffen werden.

So kann beispielsweise eine Berufsunfähigkeit dazu führen, dass Einnahmen nicht mehr in dem Maße erzielt werden, wie sie für die Finanzierung der Immobilie jedoch notwendig wären. Derartige Risiken können mittels einer Berufsunfähigkeitsversicherung minimiert werden.

zum Vergleich: BU-Versicherung

 

Auch eine Risikolebensversicherung oder eine Restschuldversicherung können insbesondere für Hinterbliebene sehr hilfreich sein, wenn der Hausbesitzer zu Tode kommt und die Restschulden verbleiben und vererbt werden.

 

zum Vergleich: Risikolebensversicherung

 

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