Welche Versicherungen braucht man als Azubi?

von Georg Hartmann+

Wenn man als Auszubildender ins Berufsleben einsteigt, kommen viele Neuerungen auf einen zu. Dazu zählen unter anderem auch Versicherungen. Manche Versicherungen kann der Azubi in der ersten Berufsausbildung noch über seine Eltern laufen lassen, vieles aber nicht. Daher ist es für Berufseinsteiger umso wichtiger, Anbieter zu vergleichen und genau zu prüfen (ggf. auch mit den Eltern, da diese bereits mehr Erfahrung haben), um im Versicherungsdschungel den Durchblick zu behalten.

Was ist Pflicht?

Zu den Pflichtversicherungen gehören (gesetzliche) Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung und gesetzliche Rentenversicherung. Abgesehen von der Krankenversicherung hat man auf diese allerdings keinen Einfluss. Da der Beitrag bei allen gesetzlichen Krankenkassen – abgesehen von eventuellen Zusatzbeiträgen – gleich ist, sollte man bei der Auswahl auf die angebotenen Zusatzleistungen achten und die für sich am besten passende Wahl treffen.

Was ist empfohlen?

Private Haftpflichtversicherung:

  • i. d. R. besteht in der ersten Berufsausbildung noch Versicherungsschutz über die Haftpflichtversicherung der Eltern. Genauere Auskunft gibt dabei der jeweilige Versicherer.
  • bei eigener Versicherung auf Deckungssumme achten! Günstige Basispakete bieten häufig niedrige Deckungssummen an, welche im schlimmsten Fall (z. B. Personenschaden mit nachfolgender Rentenzahlung) nicht ausreichend sein können.
  • Es empfiehlt sich einen Haftpflicht-Vergleich online durchzuführen.

Berufsunfähigkeitsversicherung:

  • Vorteil: Sollte der Azubi in seiner Berufsausbildung erwerbsunfähig werden, ergänzt diese Versicherung die geringen staatlichen Bezüge.
  • Nachteil: Es handelt sich um eine reine Risikioversicherung. Wird der Versicherungsnehmer während der vertraglich festgelegten Versicherungsdauer nicht erwerbsunfähig, bekommt er auch die bereits gezahlten Beiträge nicht zurück.
  • Alternativ: Kombination aus Altersvorsorge und Berufsunfähigkeitszusatzversicherung: Das kann z. B. die betriebliche Altersvorsorge oder eine private Rentenversicherung sein.
  • Auch hier können Beiträge gespart werden, indem Sie einen Online-Preisvergleich durchführen!

In jedem Fall sollte bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung darauf geachtet werden, dass die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente auch bis zum Eintritt in die Altersrente gezahlt wird.

Altersvorsorge:

Bei den heutigen Aussichten für die späteren Rentenzahlungen ist eine private Altersvorsorge (wie z.B. die private Rentenversicherung) unerlässlich. Als Einstieg eignet sich hierbei besonders ein staatlich geförderter Riester-Vertrag.

Vorteile:

  • I. d. R. reicht bereits der Mindesteigenbeitrag von 60 EUR im Jahr (Abhängig von der Höhe des Vorjahresverdienstes), um die volle staatliche Förderung in Höhe von 154 EUR zu erhalten. – Unter 25-jährige erhalten darüberhinaus einen einmaligen Bonus in Höhe von 200 EUR.
  • Ein Riester-Vertrag kann als private Altersvorsorge oder auch als Bausparprodukt zur Finanzierung eines Eigenheims genutzt werden.
  • Ein Riester-Vertrag kann zur Anlage der vom Arbeitgeber gezahlten vermögenswirksamen Leistungen genutzt werden.

Nachteil:

  • Die Riester-Rente wird, wie die gesetzliche Rente auch, im Alter voll versteuert.
  • Entgegen einer privaten Rentenversicherung ist die Auszahlung des angesparten Kapitals bei Rentenantritt nur zu 30% möglich. Das restliche Kapital wird zur Zahlung einer lebenslangen Rente herangezogen.
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