Vorsicht beim Autokorso – Was ist erlaubt und was nicht?

Redaktion (SL)

Die WM im Jahr 2010 hatte nicht nur seine schönen Seiten. Neben der Tatsache, dass ganz Deutschland in Feierlaune war und Unmengen an Adrenalin ausgeschüttet wurde, gab es auch schattige Seiten wie beispielsweise Unfälle auf Autobahnen und Straßen. Zur EM 2012 soll das Risiko gemindert werden.

Die Unfälle während der WM 2010, wurden in erster Linie durch nicht vorschriftsmäßig montierte Fahnen oder unachtsame bzw. größtenteils durch die Beifahrer abgelenkte Fahrer verursacht. ADAC und Polizei haben ihr Resumé hieraus gezogen und warnen, für die in Kürze anstehende EM, vor einigen Dingen die Autofahrer unbedingt beachten sollten.

1. Fahnen

Fahnen dürfen grundsätzlich an Autos angebracht werden. Allerdings sollte man tunlichst darauf achten, dass die oftmals mitgelieferten Halterungen auch ordnungsgemäß angebracht wurden. Ansonsten können sich diese besonders bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn lösen und in nachfolgende Autos knallen. Es dürfen also so viele Fähnchen und Flaggen angebracht werden, solange die Sicht des Fahrers nicht beeinträchtigt wird und die Halterung auch wirklich das hält, was sie bezwecken soll. Ab Tempo 90 empfiehlt der ADAC im Übrigen die Fahnen besser abzumontieren, da hier sonst erhöhte Gefahr besteht.

Gänzlich untersagt, ist jedoch das heraushalten von großformatigen Nationalflaggen an einer langen Stange während der Fahrt aus dem Fenster zu halten.

2. Überziehfahnen an Außenspiegeln

Im ersten Moment würde sich wahrscheinlich jeder denken: Was soll denn bei dem Stückchen Stoff großartig passieren? Vom Grundsatz her richtig. Dennoch dürfen die kleinen Fahnen aus Stoff, die an den Außenspiegeln angebracht werden, nicht die Sicht auf den Blinker versperren. Andernfalls könnten andere Autofahrer das blinken übersehen und nicht rechtzeitig reagieren.

3.  Ist der Autokorso überhaupt erlaubt?

Nein eigentlich nicht! Laut Paragraph 30 der Straßenverkehrsordnung (StVO), ist ein unnötiger Lärm sowie unnützes Hin- und Herfahren bei der Benutzung eines Autos verboten. Das „Hin- und Herfahren“ während einer EM oder WM beispielsweise, wird dagegen von der Polizei und sonstigen Ordnungshütern nur geduldet. Doch auch wenn hier mehr als zwei Augen zugedrückt werden, hat man sich an gewisse Spielregeln zu halten. So kommt es, dass Alkohol hinterm Steuer und nicht beachtete rote Ampeln auch während eines Autokorsos ohne Wenn und Aber strafrechtlich verfolgt werden. Sobald man den Autokorso verlässt und die Schrittgeschwindigkeit wieder erhöht, müssen auch alle Insassen wieder vorschriftsgemäß angeschnallt werden.

4. Wer zahlt bei einem Unfall oder Schaden?

Wie bei vielen anderen Dingen die unorganisiert und nicht geplant ablaufen, ist auch bei einem spontanen Autokorso jeder für sich selbst, sein Fahrzeug und die Insassen im eigenen Auto verantwortlich. Sollte sich jedoch zum Beispiel ein Schal oder eine Fahne lösen und einen Schaden an einem anderen Auto verursachen, dann kommt die Haftpflichtversicherung hierfür auf. Wenn jedoch Ansprüche Dritter geltend gemacht werden und sich im Nachhinein herausstellen sollte, dass der Beklagte eine Teilschuld besitzt, kann dies zu einer Mithaftung führen. Je nach härte der Mitschuld, kann die Haftpflichtversicherung sogar die Schadenssumme ablehnen. Lässt sich ein Verursacher nicht ermitteln, bleibt man allerdings alleinig auf den entstandenen Kosten sitzen, denn die Haftpflichtversicherung zahlt nur dann, wenn auch ein Beschuldigter vorhanden ist.

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