Privathaftpflichtversicherung – Bedeutung und Tarifierung

von Georg Hartmann+

Die Privathaftpflichtversicherung schützt den Versicherungsnehmer und seine Familienangehörigen vor den Forderungen, die sich aus fahrlässig bis grob fahrlässig verursachten Schäden im Privatbereich ergeben können. Hausangestellte können in die Privathaftpflichtversicherung mit einbezogen werden.

Bedeutung der Privathaftpflichtversicherung

Die Bedeutung der Privathaftpflichtversicherung ergibt sich aus der Tatsache, dass die Haftung von Privatpersonen im deutschen Recht nicht begrenzt ist. Die Versicherungssummen müssen hierbei stets den gegenwärtigen Lebensverhältnissen angepasst werden, bisweilen müssen sie erhöht, manchmal können sie auch wieder erniedrigt werden. Die Privathaftpflichtversicherung ist zwar für keine Person verpflichtend, man hält sie aber für eine der wichtigsten Versicherungen – neben der privaten Unfallversicherung – und rät jeder Person zu, sie abzuschließen. Sie reguliert auch grob fahrlässig entstandene Schäden, die rein im privaten Bereich entstanden sind. Alle auch ehrenamtlichen Tätigkeiten, erst recht berufliche oder nebenberufliche Aktivitäten müssen gesondert abgesichert werden, unabhängig vom Ort ihrer Ausübung, auch wenn dieser bei manchen Freiberuflern, Ehrenämtern oder nebenberuflichen Beschäftigungen der Privatbereich ist. Durch die Abdeckung typischer Alltagsrisiken werden in einem begrenzten Umfang auch Baumaßnahmen, Vermietung und Haftung aus Wohnungs-, Grundstücks- oder Hausbesitz abgedeckt. Sportliche Aktivitäten sind weitgehend abgesichert, auch die Haltung von Kleintieren wie Vögel oder Katzen, erst für den Hund oder noch größere Tiere bedarf es einer extra Tierhalterhaftpflichtversicherung. Dabei sind die an Mietwohnungen entstehenden Schäden durch die Privathaftpflichtversicherung mit abgedeckt. Kraftfahrzeuge fallen nicht unter die Privathaftpflichtversicherung, für sie muss die Kfz-Versicherung als Pflichtversicherung abgeschlossen werden.

Tarifierung der Privathaftpflichtversicherung

Die Versicherer bieten für die Privathaftpflichtversicherung unterschiedliche Deckungssummen an, die teilweise – wie bei anderen Haftpflichtversicherungen – pauschal für Personen- und Sachschäden, teilweise gesondert für Personenschäden und Sachschäden tarifiert werden. Auch Vermögensschäden sind abgesichert, aber eher untergeordnet. Da die Versicherung sehr preiswert ist und Tarife für rund 35 Euro jährlich zu finden sind, sollte die Deckungssumme nicht zu niedrig gewählt werden, eher sollte der Tarif über eine mögliche Selbstbeteiligung beeinflusst werden. Diese Selbstbeteiligungen liegen oft zwischen 150 bis 250 Euro. Wem Schäden dieser Größenordnung gelegentlich passieren, zum Beispiel weil er viel im nachbarschaftlichen Bereich unterwegs ist und doch das eine oder andere Missgeschick passiert, sollte eventuell auf die Selbstbeteiligung verzichten. Versicherer bieten Tarife mit 12 Millionen Euro Deckungssumme für Personen-, Sach- und Vermögensschäden schon ab rund 40 Euro jährlich an, wobei Mietsachschäden bis 50.000 Euro jährlich eingeschlossen sind, ein Premiumschutz kostet etwa 55 Euro bei gleichem Leistungsumfang und zusätzlicher Beitragsbefreiung bei Arbeitslosigkeit / Arbeitsunfähigkeit, hier sind außerdem Gefälligkeitsschäden bis 30.000 Euro im Jahr eingeschlossen. Gefälligkeitsschäden können während einer Gefälligkeitshandlung entstehen, also Nachbarn helfen sich, wobei der Helfende Schaden anrichtet, zum Beispiel beim Umzug eine Kiste mit Porzellan fallen lässt. Diese Schäden werden durch die Versicherer nicht gern in die Privathaftpflichtversicherung eingeschlossen, weil hier ein sehr hohes Missbrauchspotenzial liegt. Jeder, der sich selbst etwas zerschlagen hat und es nicht über die eigene Hausratversicherung regeln möchte, die grobe Fahrlässigkeit bisweilen ausschließt, bittet einen Nachbarn, das über dessen Privathaftpflichtversicherung zu regeln. Wenn der Tarif einer Privathaftpflichtversicherung diese Gefälligkeitsschäden dennoch einschließt, ist das als sehr positiv zu bewerten.

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