Privathaftpflicht

von Georg Hartmann+

Die Privathaftpflicht schützt den Versicherungsnehmer vor den finanziellen Folgen von Schäden, die er fahrlässig, nicht vorsätzlich im privaten Bereich verursacht hat. In der Police sind Familienangehörige, insbesondere Kinder, und eventuell Hausangestellte mit eingeschlossen. Bedeutsam ist die Versicherung, da der Schadenersatz in Deutschland nach § 823 BGB nicht begrenzt wird. Obgleich die Privathaftpflicht grundsätzlich freiwillig abgeschlossen wird, rät man grundsätzlich zu dieser Versicherung, zumal die Beiträge sehr niedrig sind.

Voraussetzungen und Leistungsumfang der Privathaftpflicht

Die wichtigste Voraussetzung ist die Entstehung eines Schadens im privaten Bereich, wobei Vorsatz nicht versichert ist, grobe Fahrlässigkeit hingegen schon. Das ist eine Besonderheit der Privathaftpflicht, die von den Versicherern über die Jahre nach und nach eingeschlossen wurde, da gerade Schäden im Privatbereich zwar nicht hoch sein müssen – das Brandloch in der Damastdecke ist ein Klassiker -, aber sehr oft fahrlässig und auch grob fahrlässig verursacht werden, nämlich vielfach bei Feierlichkeiten unter Alkoholeinfluss oder bei Unachtsamkeit im häuslichen und nachbarschaftlichen Bereich. Man geht davon aus, dass bei Leistungsausschluss für all diese Fahrlässigkeiten die Versicherung keinen Sinn mehr hätte. Für die Versicherer wiederum ist der Umstand in der Risikobewertung hinnehmbar wegen der geringfügigen Schadensumfänge. In einer Firma, also hinsichtlich einer Betriebshaftpflichtversicherung, und auch beim Führen eines Kraftfahrzeuges kann man mehr Sorgfalt verlangen und daher für grobe Fahrlässigkeit Leistungsausschlüsse vereinbaren, weil auch dem Versicherungsnehmer das Gefährdungspotenzial bewusst sein muss.

Es ist zu beachten, dass schon bei Tätigkeiten in Vereinen, erst recht bei nebenberuflichen Beschäftigungen die Privathaftpflicht unter Umständen nicht mehr leistet. Vereine schließen für ihre Mitglieder spezielle Versicherungen ab. Die Hausfrau jedoch, die gelegentlich eine Tupperparty veranstaltet, sollte eine kleine Berufshaftpflicht für Freiberufler abschließen, ebenso eine Babysitterin.

Versicherte Gefahren der Privathaftpflicht

Während vereinsmäßige und nebenberufliche Tätigkeiten aus der Privathaftpflicht herausfallen (können), sind entgegen landläufiger Auffassung andere Dinge weitgehend eingeschlossen, nämlich auch Schäden, die in der Eigenschaft als Haus- und Wohnungsbesitzer, Vermieter und selbst Bauherr bis zu einer bestimmten Summe entstehen können. Hier sind Policen genau zu studieren. Insbesondere Bauherren können sich mittels Privathaftpflichtversicherung auch absichern, wobei die Gesellschaften höchst unterschiedliche Absicherungssummen anbieten. Oftmals ist ein kleines (Umbau-)Vorhaben unproblematisch in der Privathaftpflicht enthalten, eine teure Baumaßnahme nicht. Die Summen sind in den Angeboten und Policen der Versicherer definiert, sie hängen vom gewählten Tarif ab. Übliche Leistungsgrenzen sind etwa 20.000 bis 25.000 Euro, es gibt aber auch Tarife, die über eine Privathaftpflicht ein Bauvorhaben unbegrenzt absichern. Es ist also unerlässlich, sich entweder beraten zu lassen oder die Tarife genau unter die Lupe zu nehmen.

Auch sportliche Tätigkeiten sind mitversichert, wobei die Jagd und manche Wettkämpfe ausgeschlossen werden. Die Kleintierhaltung unterhalb des Hundes ist ebenfalls in der Privathaftpflicht eingeschlossen.

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