Nachholbedarf für Versicherungsvermittler in Punkto VSH

Redaktion (SL)

Eine Analyse ergab jetzt, dass ein Großteil der Versicherungsvermittler und Finanzdienstleister nicht ausreichend gegen das eigene Berufsrisiko im Falle einer Schadensersatzforderung abgesichert ist.

Man möchte meinen, dass sich auch Versicherungsmakler bzw. Versicherungsvermittler ausreichend um die eigenen Versicherungen kümmern. Wobei jeder normale Bürger wahrscheinlich davon ausgeht, dass gerade diese Berufsgruppe genau weiß gegen was und wo sie sich am besten versichern lassen können. Doch ist das wirklich so? Nur weil man vielleicht tagtäglich mit Versicherungen verschiedenster Art zu tun hat und der Job danach verlangt diese auch möglichst kompetent und stets im Sinne des Klienten zu vermitteln, heißt das noch lange nicht das man deshalb auch für den eigenen Bedarf immer die beste Versicherung oder den besten Tarif wählt. Das wird vor allem dann deutlich, wenn es um die Vermögensschaden Haftpflichtversicherung geht, die gerade für Versicherungsmakler, Vermittler und Finanzdienstleister elementar ist und eigentlich als obligatorisch angesehen werden sollte da sie mit einer Berufshaftpflichtversicherung gleichzustellen ist.

Was Vermittlern gerade bei dieser Versicherung am wichtigsten ist und wo sie Verbesserungsvorschläge haben, macht die aktuelle Studie der SdV (Schutzvereinigung deutscher Vermittler von Versicherungen und anderen Finanzdienstleistungen e.V.) mehr als deutlich. In den von der SdV bis dato ausgewerteten Analysen in Punkto Vermögensschaden Haftpflichtversicherung (VSH), basieren die Angaben auf die Aussagen von den Versicherungsvermittlern und Finanzdienstleistern, die diese in Bezug auf ihre eigene Absicherung abgeschlossen haben. Das Ergebnis dürfte nicht nur die SdV sondern auch die Vermittler und Dienstleister aus dem Versicherungs- und Finanzsektor erschrecken. Ein Großteil der Analysen ergab, dass hier ein eindeutiger Handlungs- und Aufklärungsbedarf besteht.

Extenzielle Leistungsmerkmale nur selten abgedeckt

Wenn man bedenkt, dass der Abschluss einer Vermögensschaden Haftpflichtversicherung gerade für diese Berufsgruppe mehr als extenziell ist, sollten vor allem Dinge wie die Höhe der Deckungssumme, die Meldefrist im Schadensfall oder auch die Übernahme der Nachhaftung aus Vorverträgen von enormer Bedeutung sein. Christian Henseler, ein Experte im Bereich der Vermögensschaden Haftpflichtversicherungen, kommentierte die Analyse folgendermaßen: „Vom Abwehrschutz beim Vorwurf der wissenschaftlichen Pflichtverletzung bis zur Mitversicherung von Ansprüchen von Verwandten: Nur wenige der sinnvollen und extenziell wichtigen Leistungsmerkmale finden sich im tatsächlich vorhandenen Versicherungsschutz der Vermittler wieder.“.

Nicht gerade unbedeutend ist auch, dass fast alle Versicherungs- und Finanzdienstleister die Aussage getroffen haben, ihnen sei die Deckungssumme sehr wichtig. Dennoch ist ein Großteil der Vermittler im Schadensfall „nur“ mit einer maximalen Deckungssumme von 250.000 Euro abgesichert. Die 250.000 € sind im Vergleich zur der im Januar kommenden Jahres in Kraft tretenden Finanzanlagenvermittlerverordnung (FinVermV) verhältnismäßig gering. Denn diese deckt bei einem Schadensfall im Bereich der Fondsvermittlung voraussichtlich satte 1,13 Millionen Euro ab.

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