Küssen im Auto kann teuer werden

Redaktion (SL)

Wer kennt das nicht: Seinen Liebsten oder die Liebste mit dem Auto irgendwo abholen und zur Begrüßung Küsschen verteilen. Küssen ist vom Grundsatz her eine schöne Sache und darf auch durchaus im Auto vollzogen werden. Jedoch kann dies schnell sehr teuer werden, wenn dadurch ein Unfall passiert.

Auch wenn es etwas veraltet klingen mag, aber in manchen Ländern ist das Küssen im Auto generell verboten. Somit spielt es keine Rolle, ob man sich küsst während das Auto an einer Ampel oder auf einem Parkplatz steht, oder dies während der Fahrt tut. In Italien beispielsweise, ist das Küssen im Auto strengstens verboten und wird mit 500 € Strafe geahndet wenn man gegen dieses Gesetz verstösst. Jetzt könnte man meinen, dass Obelix recht hat, wenn er sagt: „Die spinnen doch, die Römer“, doch dieses Gesetzt beruht auf einer hohen Unfallrate im italienischen Straßenverkehr, die durch knutschende Paare während der Autofahrt verursacht wurde.

Letzten Endes ist es ja das Küssen einer der schönsten Dinge der Welt, trotzdem muss dies nicht unbedingt während der Autofahrt gemacht werden, oder? Ansonsten bekommt der Ausspruch, dass ein Biker oder ein Autofahrer den Asphalt küsst, eine ganz andere und nicht unbedingt positive Bedeutung…

Wer im Auto knutscht haftet, trotz einer eventuellen Mitschuld anderer, alleine

Unfälle sind nie schön und gehen oftmals auch nicht ganz so glimpflich aus. Wie so oft, stellt sich auch bei einem verursachten Unfall durch das Küssen der Beifahrerin oder des Beifahrers, die Frage nach dem Schuldigen. Wer im Auto knutscht gerät nicht selten auf die Gegenfahrbahn bzw. in den Gegenverkehr und handelt dadurch grob fahrlässig. Selbst wenn der entgegenkommende Fahrer nicht angeschnallt war, wird die alleinige Schuld auf den knutschenden Unfallverursacher vollständig übertragen. Dies wurde in einem Urteil aus 2011 von dem Landgericht in Saarbrücken festgestellt. Hier heisst es, dass wenn man während der Autofahrt Küsse austauscht, dass man ein grob schuldhaftes Verhalten zugrunde legen kann, welches mögliche andere Beteiligte vollständig von ihrer Mitschuld befreit. Auch das Karlsruher Landgericht urteilte bereits in der Vergangenheit schon einmal, dass mögliche Mitschuldner von ihrer Schuld vollständig befreit werden, wenn der Unfallverursacher durch das Küssen während der Autofahrt einen grob fahrlässigen Eingriff in den Straßenverkehr vorgenommen hat. Auch hier ging das Urteil so aus, dass der küssende Autofahrer alleinig für den entstandenen Schaden haftet und die Versicherung sämtliche anfallenden Schadensersatzforderungen zu begleichen hat.

Zusammefassend kann man also sagen, dass das rumknutschen während der Autofahrt strikt unterlassen werden sollte, da es sonst teuer werden kann und man vor allem anderen Zivilisten durch das eigene Fehlverhalten einen enormen und teilweise auch irreperablen Schaden zuführen könnte. Wenn man im Auto knutschen möchte, sollte man dies doch besser auf einem Parkplatz machen, damit man nicht andere Straßenverkehrsteilnehmer und auch sich selbst damit gefährdert.

 

 

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