KFZ Haftpflichtversicherung

von Georg Hartmann+

Die Kfz Haftpflichtversicherung ist eine Pflichtversicherung, ohne sie kann ein Kraftfahrzeug auf öffentlichen Straßen nicht geführt werden. Sie versichert den Halter, nicht den Fahrer des Fahrzeuges, weil nur auf diese Weise ein umfassender Versicherungsschutz in diesem brisanten Bereich gewährleistet werden kann.


Schutz durch die Kfz Haftpflichtversicherung

Schäden, die durch ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr, aber auch auf andere Weise dritten Personen zugefügt werden können, deckt die Kfz Haftpflichtversicherung ab. Sie schützt den Halter durch die permanent bestehende Gefahr vor der sogenannten Gefährdungshaftung, ebenso jedoch vor der Delikthaftung, wenn er schuldhaft einen Unfall verursacht oder durch sein ruhendes Kraftfahrzeug Schaden entsteht (falsches Parken, auslaufender Kraft- oder Schmierstoff). Der Abschluss der Kfz Haftpflichtversicherung unterliegt dem Pflichtversicherungsgesetz (PflVG), das erstmals 1939 in Kraft trat. Es trifft nur auf Kraftfahrzeuge zu, dessen regelmäßiger Standort im Inland liegt, ausländische Kraftfahrzeuge unterliegen einem eigenen Gesetz für die Kfz Haftpflichtversicherung. Durch einen doppelten Kontrahierungszwang – der Kfz-Halter ist zum Abschluss der Versicherung, die Versicherungsgesellschaft (einmalig) zur Annahme des Antrages verpflichtet – sichert das Pflichtversicherungsgesetz eine flächendeckende Kfz Haftpflichtversicherung ab. Damit wird die Privatautonomie sowohl der Kfz-Halter als auch der Versicherungsunternehmen eingeschränkt, der Gesetzgeber sah aber keinen anderen Weg, Schadensopfer vor Verlust durch mangelnde Liquidität des Schadensverursachers zu schützen. Dieses Gesetz regelt auch die Mindestdeckungshöhe für die Kfz Haftpflichtversicherung (in Deutschland: 500.000 Euro für Personen- und Sachschäden). Es ist zu beachten, dass in anderen europäischen Staaten und auch weltweit sehr ähnliche Gesetze, zum Teil aber weitaus niedrigere Deckungshöhen herrschen.
Im § 6 PflVG existiert auch eine Strafvorschrift für das Führen eines Kfz ohne Versicherungsschutz, wodurch das Pflichtversicherungsgesetz Teil des Nebenstrafrechts ist. Da eigentlich die Zulassung eines Kraftfahrzeuges ohne Versicherung gar nicht möglich ist, wird dieser Paragraf wenig beachtet, nichtsdestotrotz oft angewandt. Denn wenn beispielsweise Kleinkrafträder getunt und damit zulassungs- und versicherungspflichtig werden, kommen bei Nichtbeachtung die entsprechenden Gesetze zur Anwendung.

Beiträge zur Kfz Haftpflichtversicherung

Um die Beiträge korrekt berechnen zu können, gibt es einen umfangreichen Schlüssel, durch den der Tarif nach mehreren Gesichtspunkten ermittelt wird. Nichtsdestotrotz gibt auch für das identische Fahrzeug desselben Halters bei gleichen Leistungen Preisunterschiede zwischen einzelnen Versicherern, diese sind allerdings schwer genau festzumachen, da gerade die Leistungen fast nie völlig identisch sind. Diesen Aspekt sollten Kfz Halter beim Abschluss einer Kfz Haftpflichtversicherung nicht außer Acht lassen. Es können scheinbare Kleinigkeiten sein wie eine leicht erhöhte Deckungssumme für Personenschäden, die zwar den Tarif erhöhen, aber im Schadensfall den Unterschied zwischen gut versichert und Ruin bedeuten. So bieten manche Gesellschaften einen Tarif mit der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestdeckung von 500.000 Euro gar nicht erst an, weil diese bei ernsthaften Personenschäden (Todesfolge, Invalidität) ohnehin nicht ausreichen. Diese Tarife können dann auch nicht zu den preiswertesten zählen.
Im Übrigen werden Halter inklusive Schadenfreiheitsrabatt und Wohnort (Zulassungsort des Fahrzeuges) sowie die Typ- und Regionalklasse des Fahrzeuges in die Berechnung mit einbezogen. Daher ist die Ermittlung eines Tarifvergleichs für die Kfz Haftpflichtversicherung stets sehr aufwendig, aber es geht nicht anders.

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