Hundehaftpflichtversicherung

von Georg Hartmann+

Die Hundehaftpflichtversicherung ist eine freiwillige Versicherung bis auf die Versicherung sogenannter Listenhunde (Kampfhunde) in den deutschen Bundesländern Berlin, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Sie schützt den Hundehalter gegen finanzielle Folgen von Schäden, die durch den Hund verursacht wurden. Hierbei gestaltet sich die Versicherung umfangreich und in Einzelfällen komplex, da der Versicherungsumfang sehr individuell gestaltet werden kann.

Versicherte Risiken

Die Hundehaftpflichtversicherung leistet bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Zu den Sachschäden werden auch die Schäden an anderen Tieren gerechnet. Bei den Vermögensschäden ist zwischen echten und unechten Vermögensschäden (wie bei jeder Versicherung) zu unterscheiden, im Bereich der Tierhaftpflichtversicherungen muss dieser Fall häufig geklärt werden. Ein echter Vermögensschaden entsteht ohne Sachschaden, beispielsweise weil ein Hund die Kundschaft eines Ladens verbellt und der Ladeninhaber auf entgangenen Gewinn klagt. Ein unechter Vermögensschaden ist hingegen mit einem Sachschaden gekoppelt. Im Bereich der Personenschäden werden bei Hundehaftpflichtversicherung ähnlich hohe Deckungssummen wie bei Kfz-Versicherungen vereinbart, die in den Millionenbereich gehen, da auch Unfälle mit Todesfolge oder lebenslanger Invalidität eintreten können, insbesondere bei Kampfhunden. Die Versicherung von Kampfhunden (Listenhunden) ist eine sehr spezielle Thematik. Wenige Versicherer schließen dies explizit aus, es ist allerdings zu beachten, dass die Versicherer – ebenso wie die deutschen Bundesländer – gestaffelte Listen von Kampfhunden führen und in einigen Fällen trotz Beitragszahlung nicht leisten. Die Situation ist allerdings sehr unübersichtlich, wer solch einen Hund versichern möchte, muss sich umfangreich informieren und vertraglich genauestens absichern. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt (Stand: September 2011) ist Folgendes zu finden: Es sind nicht versicherbar und im Schadensfall auch nicht versichert (trotz vorheriger Beitragszahlung) die Rassen Staffordshire Bullterrier, American Pit Bull Terrier, Bull Terrier und American Staffordshire Terrier, auch nicht die Abkommen ersten Grades dieser Rassen. Unklar bleibt, was bei Annahme eines Versicherungsvertrages für eine dieser Rassen und nachfolgendem Schadensfall passiert.

Leistungen der Hundehaftpflichtversicherung

Es ist generell der Hund versichert, nicht der Hundehalter, weshalb der Versicherungsschutz auch besteht, wenn eine andere Person als der Halter mit dem Hund unterwegs ist beziehungsweise wenn der Hund unbeaufsichtigt ist. Wie jede Haftpflichtversicherung wehrt auch die Hundehaftpflichtversicherung unberechtigte Ansprüche auf eigene Kosten ab und wirkt damit als passiver Rechtsschutz. Die Tarife gestalten sich neben den differenzierten Leistungen auch nach dem Alter des Hundehalters, einige Versicherer bieten Personen ab 40 Jahren einen günstigeren Schutz an. Standardmäßig eingeschlossen sind Mietsachschäden, meist das Führen ohne Leine, das Hüten durch fremde Personen und der Versicherungsschutz im Ausland, wobei Letzterer häufig zeitlich begrenzt wird, zum Beispiel auf ein Jahr, aber auch erweitert werden kann. Der gewerbliche Einsatz von Hunden, etwa im Wachdienst, wird über die gewöhnliche Hundehaftpflichtversicherung in der Regel nicht abgedeckt, entsprechende Firmen und Behörden schließen dies in die Betriebshaftpflichtversicherung mit ein. Der Tierhalter selbst ist durch die eigene Hundehaftpflichtversicherung nicht gegen Schäden versichert, die sein Tier ihm zufügt (eine Art Vollkasko für Hundehalter gibt es nicht), hierfür würde eine private Unfallversicherung aufkommen.

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