Die wichtigsten Versicherungen für Berufsanfänger

Redaktion (SL)

Vom pünktlichem Erscheinen auf der Arbeit, über nicht eingeplante Überstunden, bis hin zu der richtigen Versicherung, stehen den Berufsanfängern immer wieder kleine und große Stolpersteine im Weg.

Für junge Leute die gerade das erste Mal den Alltag eines Berufstätigen kennen lernen, bricht eine neuer Lebensabschnitt an. Das erste Kapitel der Berufsvorbereitung ist abgeschlossen und man kann endlich mal raus aus dem öden Klassenzimmer und rein in die faszinierende Welt der Arbeit. Einen ganz besonderen Reiz bietet natürlich das erste selbst verdiente Geld. Das Berufsleben birgt allerdings auch so seine Gefahren, sodass auf einmal Dinge wie Versicherung und Altersvorsorge eine wichtige Rolle spielen. Allerdings bedeutet das nicht, dass sich Berufsanfänger sämtliche auf dem Markt verfügbare oder von einem Versicherungsmakler angebotene Versicherungen abschließen müssen. Wer in einem Ausbildungsbetrieb angestellt ist, ist automatisch über die Arbeitsstelle krankenversichert. Ist dies nicht der Fall, kann man sich weiterhin über die elterliche Familienversicherung absichern lassen. Neben der Krankenversicherung, für die in Deutschland eine gesetzliche Pflicht besteht, sollte auch eine Haftpflichtversicherung und gegebenenfalls noch eine Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Alles weitere kann man abschließen – muss man aber nicht.

Private Haftpflichtversicherung und die Berufshaftpflicht

Versicherungen haben leider auch immer ihren Preis, das gilt insbesondere bei der Berufshaftpflicht. Während eine private Haftpflichtversicherung ca. 60 € pro Jahr kostet und damit noch recht günstig ist, werden bei einer Berufshaftpflichtversicherung schnell mal 1000 € jährlich fällig. Der Preis hat allerdings auch seinen Grund, denn gerade Berufsanfänger tragen ein hohes Risiko in puncto Verletzungen den noch jungen Menschen möglicherweise sogar zum Invaliden werden lässt. Mittlerweile haben auch die Versicherungsgesellschaften dazu gelernt und bieten oftmals eine Kombination aus Berufshaftpflicht und privater Haftpflicht zu verhältnismäßig günstigen Konditionen an. Da die Berufshaftpflicht im Falle eines Arbeitsunfalls mit schwerwiegenden Folgen eine sogenannte „Invalidenrente“ auszahlt, sollten derartige Versicherungen frühzeitig abgeschlossen werden. Des Weiteren sollte man die Berufshaftpflichtversicherung nicht mit einer Unfallversicherung verwechseln, denn diese zahlt lediglich einen Ausgleich bei einem Unfall und nicht fortlaufend, wenn der Beruf aufgrund einer Erkrankung nicht mehr weiter ausgeübt werden kann.

Achtung: Beim Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung sollte auf jeden Fall auf die im Vertrag stehende sogenannte „abstrakte Verweisung“ verzichtet werden. Ansonsten kann die Versicherungsgesellschaft im Zweifelsfall die eigentlich zustehende Rente verweigern. Der Versicherer wird dann auf eine andere Tätigkeit verweisen, die trotz der Invalidität des Versicherungsnehmers theoretisch ausgeführt werden könnte.

Alles kann – nichts muss

Wer genügend Ahnung besitzt, um sich mit dem Tarif-Dschungel und dem Fachchinesisch der Versicherungsbranche auseinander zu setzen und zu verstehen, kann natürlich selbst agieren und sich passende Versicherungen heraus suchen. Bei Berufsanfängern und vielen Eltern ist dies allerdings nicht der Fall, weshalb eine Beratung durch eine unabhängige Stelle oftmals der sinnvollste Weg ist. Eine solche Beratung erhält man Beispielsweise bei den zuständigen Verbraucherzentralen oder bei der Deutschen Honorarberatung.

Wichtige und vor allem sinnvolle Versicherungen für Berufseinsteiger sind:

  • Private Haftpflichtversicherung
  • Berufshaftpflichtversicherung
  • Krankenversicherung
  • Auslandskrankenversicherung

Versicherungen die Sinn machen, aber nicht zwingend nötig sind:

  • Private Unfallversicherung
  • Rechtsschutzversicherung
  • Hausratversicherung

Auch die Altersvorsorge und verschiedene Anlagestrategien sind immer wieder ein Thema, dass den Berufsanfängern von Versicherern nahe gelegt, vorgestellt oder schmackhaft gemacht wird. Doch nicht jede Geldanlage oder Investment lohnt sich. Für den nächsten Urlaub, einen kleinen Gebrauchtwagen oder größere Einrichtungsgegenstände beispielsweise, ist kurzfristig angelegtes Geld über ein Tagesgeldkonto zum Beispiel wesentlich lukrativer. Wer langfristig anlegen möchte, sollte sich im Ausbildungsbetrieb bzw. beim Arbeitgeber nach vermögenswirksamen Leistungen erkundigen. Diese werden in manchen Fällen vom Arbeitgeber bezuschusst und können getrost über mehrere Jahre hinweg laufen. Niels Nauhauser, ein Experte für Anlagenstrategien bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, rät in einem Artikel der Badischen Zeitung von Riester-Renten oder Kapitallebensversicherungen ab. Hier kassieren in den meisten Fällen eher die Versicherungsgesellschaften oder Makler, anstatt der Versicherungsnehmer selbst.

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